Pressespiegel

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Fast klinisch keimfrei: Eckhard Langanke (r.) und Heinz Kirchfeld desinfizieren den Bürgerbus.

Bürgerbusverein ändert Fahrplan / Maskenpflicht

Jetzt früher nach St. Pauli   21.08.2020    KrZtg

Visselhövede – Wer nach St. Pauli will, um die besten Plätze im weltberühmten Amüsierviertel zu ergattern, der muss früh unterwegs sein. Das gilt nicht nur an der Elbe, sondern auch an der Vissel. Denn der Bürgerbusverein hat ab Montag, 24. August, eine Fahrplanänderung. „Die Strecke 884 von Visselhövede über Jeddingen nach St. Pauli und weiter nach Stellichte wird dann um fünf Minuten nach vorne verlegt“, sagt Eckhard Langanke, Vorsitzender des Visselhöveder Vereins, der seit 14 Jahren die Menschen der Region kostengünstig auf drei Strecken von A nach B transportiert und damals den ersten Bürgerbus des Landkreises in Betrieb nahm.

Die Änderung war nötig, weil der Bürgerbusverein Kirchlinteln seinen Fahrplan angepasst hat und somit die Haltestelle St. Pauli fünf Minuten früher ansteuert. Dort treffen sich die beiden Bürgerbusse, sodass Reisende aus Visselhövede problemlos umsteigen können und schnell die Nachbargemeinde Kirchlinteln erreichen, von wo sie bequem nach Verden kommen. Das gilt natürlich auch für die entgegengesetzte Richtung.

„Damit die Leute in St. Pauli nicht so lange warten müssen, haben wir unsere Fahrzeiten nach vorne verlegt“, erklärt Langanke und weist darauf hin, dass die fünf Minuten für alle Haltestellen der Strecke nach Stellichte gelten.

Während diese kleine Änderung für den Verein kein Problem darstellt, werden die Sorgenfalten bei Langanke mit Blick auf die Fahrgastzahlen schon ein wenig tiefer. „Aktuell schaffen wir gerade mal 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“ Natürlich sei die Corona-Pandemie ursächlich dafür. Dabei erfülle der Transport im Bürgerbus alle Corona-Regeln, die für den öffentlichen Nahverkehr aktuell gelten würden. Es herrscht absolute Maskenpflicht im Bus und Fahrer und Passagiere werden durch eine wagenhohe transparente Plastikwand voneinander getrennt. Der Beifahrersitz bleibt leer. Aufgrund dessen können zurzeit auch nur sieben Fahrgäste Platz nehmen. „Selbst wenn der Wagen immer nur halb voll ist, wären wir schon zufrieden“, sagt Langanke seufzend, der selber auch als Fahrer hinter dem Steuer sitzt. Und mit ihm noch 17 andere, die allesamt nach jeder Tour mit Sprühflasche und Einweghandtüchern hantieren, um die Griffflächen und Sitze des Busses zu desinfizieren. Platz für einen Rollstuhl bietet der knallrote VW-Crafter ebenfalls, weil die Sitzreihen wieder in der Originalposition stehen. „Vor ein paar Wochen hatten wir die Sitzbänke noch weiter auseinander, um Abstand zwischen den Fahrgästen zu wahren, aber dank der Maskenpflicht ist das jetzt nicht mehr nötig“, klärt der Vorsitzende auf.

 

Aber was ist, wenn die Fahrgastzahlen sich auch in den kommenden Monaten auf ein derart niedriges Niveau einpendeln? Geht der Verein dann auf Sponsorensuche und der Bus sieht bald aus wie eine rollende Litfaßsäule? „Wir wollen unserer Linie treu bleiben und der wohl einzige Bürgerbus der Region sein, der völlig werbefrei durch die Gegend fährt“, stellt Langanke klar. Er und seine Mitstreiter hoffen, dass die Leute trotz Corona zusteigen und eher in St.  Pauli sind.

Fahrer gesucht

Der Verein sucht Fahrer, die bereit sind, mindestens zweimal monatlich Dienst zu leisten. Es ist ein Führerschein für die Fahrgastbeförderung erforderlich, der vom Verein bezahlt wird. Weitere Infos unter 04262 / 2464.