Pressespiegel

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VN 02.04.2022 jw

Kein Anrufsammeltaxi von Visselhövede nach Walsrode


Eckhard Langanke und sein Bürgerbusteam halten ab 1. August die einzige öffentliche Verbindung nach Walsrode aufrecht. Am Vogelpark gibt es eine Umsteigemöglichkeit in den Walsroder Bürgerbus. © Wieters

Ein Anrufsammeltaxi von Visselhövede aus in Richtung Walsrode ist vorerst vom Tisch. Ab August pendelt allerdings der Visselhöveder Bürgerbus in die Nachbarstadt.

Visselhövede – Im Sommer ist die vierjährige Probezeit der Busverbindung von Visselhövede nach Walsrode und zurück, auch Viwaldi genannt, beendet und die Linie wird mangels Fahrgästen auch komplett eingestellt. Auch die Möglichkeit, ein Anrufsammeltaxi-System (AST) zu installieren, wird es nicht geben. Der Visselhöveder Stadtrat hat am Donnerstag mit knapper Mehrheit den AST-Vorschlag abgelehnt.

Allerdings haben die Einwohner wohl dennoch die Möglichkeit, auch ohne eigenes Auto in die Nachbarstadt zu kommen, denn der Visselhöveder Bürgerbus will zweimal am Tag eine Haltestelle am Weltvogelpark ansteuern, um dort die Fahrgäste in den Walsroder Bürgerbus umsteigen zu lassen.

Und auch Bürgermeister André Lüdemann will mit seiner Walsroder Kollegin Helma Spöring noch einmal das Gespräch suchen, um vielleicht „doch noch eine Lösung zu finden, wie wir unsere beiden Städte enger miteinander verbinden.“

Bis dahin und zusätzlich könnten die Bürgerbusvereine der beiden Städte das Loch stopfen. Die bieten ab August in jedem Fall zwei Mal am Tag eine Tour nach Walsrode und Visselhövede an. Der Treffpunkt der Bürgerbusse wird um 10.17 Uhr und um 16.17 Uhr am Weltvogelpark sein. Ein Umstieg ist dann zwar vonnöten, „aber Fahrgäste brauchen nicht erneut zu zahlen“, wie Visselhöveder Bürgerbus-Chef Eckhard Langanke betont.

Eine weitere Überlegung war, die Route des Bürgerbusses Visselhövede über Stellichte zu nutzen, um von dort per Walsroder Anrufsammeltaxi in die Heidestadt zu gelangen. „Wir steuern zwar Stellichte an, aber die Weiterfahrt ist vom Tisch, weil die Kosten zu hoch wären.“

Zuvor hatte Mathias Ullrich (SPD) einen Appell pro AST gehalten. „Wir geben rund 22 000 Euro für den Viwaldi aus, ein Anrufsammeltaxi würde zwischen 44 000 und 70 000 Euro pro Jahr kosten, wobei der Landkreis Rotenburg die Hälfte übernehmen würde. Also müssten wir nur ähnlich wie jetzt zahlen.“

Ein AST hätte aber enorme Vorteile gegenüber einem Linienbus, „weil die Fahrgäste direkt bis an ihr Ziel gefahren werden zum Arzt oder zum Einkaufen“, so Ullrich. Das könne auch ein Bürgerbus nicht leisten. „Und ein weiterer Punkt ist nicht zu vernachlässigen: Wir zahlen nur für die Fahrten, die tatsächlich stattfinden, nutzt kaum jemand das AST, dann zahlen wir auch nichts“, stellte Ullrich klar, der sich sicherlich geärgert hat, dass seine Parteifreunde Dominik Oldenburg und Robert Rabe bei der Sitzung gefehlt haben, denn die Ablehnung des AST ist mit elf zu zehn Stimmen bei zwei Enthaltungen nur denkbar knapp ausgefallen. Ullrich setzt nun aber alle Hoffnungen darauf, dass es auf Verwaltungsebene noch eine Lösung geben könnte.

Jan Husmann (CDU) begründete seine ablehnende Haltung bezüglich der AST-Idee: „Wir haben mit dem Viwaldi eine lange Zeit ein Angebot vorgehalten, viermal täglich nach Walsrode zu gelangen. Aber es wurde kaum genutzt, unter eine Person im Durchschnitt pro Fahrt ist zu wenig und zeigt, dass der Bedarf nicht da ist.“ Etwas Neues wie ein Anrufsammeltaxi zu konstruieren, sei nicht nötig, „weil die Verbindung offenbar nicht gefragt ist“.

Bürgermeister Lüdemann betonte, dass die Bürger der Stadt dennoch eine Verbindung nach Walsrode bräuchten, wie immer die auch aussehe. Zwar ließ er noch nichts über seine Pläne verlauten, aber es könnte unter Umständen sein, „dass wir nur an ein, zwei Tagen in der Woche Fahrten anbieten“.